TELERADIOLOGY
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Radiologen-Kongreß: Multimediabereich : Multimediabereich

Das CHILI-Plug-in Konzept: Funktionale Offenheit in einer radiologischen Workstation.

Engelmann U, Schröter A, Baur U, Schwab M, Werner O, Meinzer HP.

Appeared in: Fortschr. Röntgenstr. 168 (1998) S177-178.

Problemstellung: Ein häufiges Problem von Softwarepaketen ist, daß der Benutzer es nicht um eigene Funktionen erweitern kann. Neue Anwendungen müssen in der Regel als eigene Applikation realisiert werden, die höchstens über definierte Schnittstellen mit einer exi stierenden Applikation Daten austauschen. Mit dem hier vorgestell ten Konzept können Softwaresysteme von Anwender selbst erweitert so werden, daß die eigenen Funktionen sich nahtlos in das existierende System einfügen.

Methodik: Unter Offenheit von Computersystemen werden in der Regel Schnittstellen zum Datenaustausch verstanden, die nach Möglichkeit auf Standards basieren sollten. In der Radiologie ist dies z.B. der DICOM-Standard, der den Bilddatenaustausch zwischen verschiedenen Geräten ermöglicht.Unter funktionaler Offenheit verstehen wir die Möglich keit, ein existierendes Programm ohne Eingriff in dessen Source- Code ohne neues Linken funktional zu erweitern. Hierbei werden zwei verschiedene Methoden unterschieden: 1. Integration von existieren den Programmen, die nicht mehr verändert werden können: Dies ist sinnvoll, um beide Anwendungen konsistent in einer Umgebung zu haben. Am Beispiel der radiologischen Workstation könnte dies die Integration das Radiologie-Informationssystems bedeuten, so daß der Anwender die administrativen, alphanumerischen Daten und die Bilder an einem Bildschirm und in einer Arbeitsumgebung zur Verfügung hat. 2. Integration von selbst geschriebenen Programmen: Der Anwender schreibt eigene Programme, die direkt per Unterprogrammaufruf auf Funktionen der existierenden Anwendung zugreifen können. Die neu geschriebenen Module werden von der Hauptanwendung erkannt und kön nen von dieser auch verwaltet werden. Die Plug-ins werden als sog. Worktasks realisiert. Sie sind nahtlos in die graphische Benut zungsschnittstelle des Systems integriert, können auf die Datenbank zugreifen und haben Zugang zu den Middleware-Komponenten des Systems. Es werden Im Falle von CHILI werden Darstellungselemente (Motif-Widgets) zur Darstellung und Basismanipulation von medizini schen Bildern bereitgestellt. Realisiert werden Plug-ins als sog. dynamische Shared Objects. Mit Hilfe von digitalen Signaturen lassen sich Plug-ins zertifizieren. Nicht autorisierte Plug-ins können auf diese Weise erkannt werden.

Ergebnisse: Der Plug-in Mechanismus wurde für das Teleradiologiesystem CHILI realisiert. Es wurden mehrere Standalone-Programme nachträglich in das CHILI-System integriert. Beispiele für solche Programme reichen vom Radiologie-Informations-System RADOS-M. bis zu Plug-ins für die Planung von Leberresektionen in Entwicklung. Die Softwaredemonstration zeigt an einer Palette von realisierten Plug-ins, wie und daß das Konzept funktioniert.

Schlußfolgerung: Der Vorteil liegt in der integrierten und homogenen Systemumgebung für den Anwender. Dies spart nicht nur Zeit für den Anwender, sondern vereinfacht für den Entwickler die Erstellung von neuen Anwendungen, insbesondere die Integration in das klinische Umfeld, da auf existierende Realisierungen zurückgegriffen werden kann.

© 1998 Georg Thieme Verlag



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